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01.Etappe
Der Beginn der Pilgerreise am 31.05.2007 gegen 08,30 Uhr
Rastplatz Rur-Scholle an der A4 bei Düren.

 

Am 01.06.2007 gegen 17.oo Uhr erfolgte meine Anmeldung als Pilger auf dem Camino
Frances, im „Pilgerbüro“ in "Saint Jean Pied de Port" in Frankreich. Dann begann die erste Etappe auf dem Camino. Ich verlasse das Pilgerbüro Accueil des Pelerins und gehe rechts die Rue de la Citadelle hinunter, überquere den Fluss Nive und verlasse die Altstadt durch das Spanische-Tor. Jetzt folge ich der "Route de Napoleon et du Marechal Harispe". Nach dem ich die Altstadt durch die Port d`Espagne (spanisches Tor) verlassen hatte, wollte ich zu Hause anrufen und meiner Frau mitteilen, dass ich ab jetzt Pilger auf dem Jakobsweg bin. Dazu nehme ich mein Handy und tippe den Pin-Code ein. Schreck in der Abendstunde, falscher Pin.

Ich gebe zum 2. Mal den Pin-Code ein, wieder falscher Pin. Was nun? Ich brauche dringend ein Telefon, um zu Hause nach zu fragen wie mein Pin-Code lautet. Beim dritten falschen Code läuft nichts mehr, dann ist mein Telefon stumm. In dem Moment liegt vor mir auf der Straße ein Handy und blinkt. Ich hebe es auf, es funktioniert. Damit kann ich zu Hause anrufen und mir meinen Pin-Code zu meinem Handy geben lassen. Der Eigentümer des Handys versucht dauernd anzurufen. Doch ich erledige zuerst meine Sache und aktiviere mein Handy. Der von mir eingetippte Pin-Code war doch richtig. Ich musste nur das Handy aus der Handytasche nehmen, damit durch die Kunststoffhülle nicht die falschen Zahlen im Handy aktiviert wurden. Nachdem alles klappt, nehme ich den Anruf des Handybesitzers an, gebe meine Position durch und kann 5 Minuten später dann das Handy seinem Besitzer wieder aushändigen.Pilgerbüro.Am 01.06.2007 gegen 17.oo Uhr erfolgte meine Anmeldung als Pilger auf dem Camino Frances, im „Pilgerbüro“ in "Saint Jean Pied de Port" in Frankreich.

Dann begann die erste Etappe auf demCamino. Ich verlasse das Pilgerbüro Accueil des Pelerins und gehe rechts die Rue de la Citadelle hinunter, überquere den Fluss Nive und verlasse die Altstadt durch das Spanische- Tor. Jetzt folge ich der "Route de Napoleon et du Marechal Harispe". Nach dem ich die Altstadt durch die Port d`Espagne (spanisches Tor) verlassen hatte, wollte ich zu Hause anrufen und meiner Frau mitteilen, dass ich ab jetzt Pilger auf dem Jakobsweg bin. Dazu nehme ich mein Handy und tippe den Pin-Code ein. Schreck in der Abendstunde, falscher Pin. Ich gebe zum 2. Mal den Pin-Code ein, wieder falscher Pin. Was nun? Ich brauche dringend ein Telefon, um zu Hause nach zu fragen wie mein Pin-Code lautet. Beim dritten falschen Code läuft nichts mehr, dann ist mein Telefon stumm.

In dem Moment liegt vor mir auf der Straße ein Handy und blinkt. Ich hebe es auf, es funktioniert. Damit kann ich zu Hause anrufen und mir meinen Pin-Code zu meinem Handy geben lassen. Der Eigentümer des Handys versucht dauernd anzurufen. Doch ich erledige zuerst meine Sache und aktiviere mein Handy. Der von mir eingetippte Pin-Code war doch richtig. Ich musste nur das Handy aus der Handytasche nehmen, damit durch die Kunststoffhülle nicht die falschen Zahlen im Handy aktiviert wurden. Nachdem alles klappt, nehme ich den Anruf des Handybesitzers an, gebe meine Position durch und kann 5 Minuten später
dann das Handy seinem Besitzer wieder aushändigen. Da die erste Etappe 27 km lang ist und direkt steil in die Berge der Pyrenäen bis auf 1420 m führt, dachte ich mir: "Gehst du am besten noch bis "Untto", dort ist die einzige Albergue bis "Roncesvalles", das waren ca. 6 km bis dort. Wenn ich da übernachte, habe ich am anderen Tag noch 21 km bis "Roncevalles" zu gehen“. Von "Saint Jean Pied de Port" geht es gleich steil den Berg hinauf, aber nach ca. 300 Metern wird es etwas flacher. Man geht auf einer Asphaltstraße. Leider habe ich "Untto" und die Albergue verpasst. Als Neuling auf dem Camino kennt man dieWegmarkierungen noch nicht so genau. Irgendwann kam ich dann an der privaten Herberge Orisson vorbei. Diese war voll belegt. Ich dachte: " Macht nichts, Untto muss ja noch kommen".

Das Wetter war noch schön und ich hatte eine tolle Aussicht über das ganze Tal. Ich stieg immer weiter den Berg hinauf. Das Wetter verschlechterte sich, es begann zu regnen und die Dämmerung setzte ein. Ich dachte: "Hier stimmt etwas nicht". Meine Taschenlampe hatte ich verloren. Jetzt weiter durch das Gebirge zu laufen, ohne Licht in der Dunkelheit, war unverantwortlich. An der Herberge Orrison hatte ich gesehen, dass auf der anderen Straßenseite ein Gartenrestaurant war. Dort standen Tische und Stühle und es sah so aus, als sei die Anlage überdacht. So ging ich die ca. 3,5 km zurück, um wenigsten bei dem Regen, der jetzt schon sehr stark war, unter diesem Dach im Trockenen zu sein. Leider war über dem Gartenrestaurant kein Dach. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich in mein Regenzeug und die Isomatte einzupacken und dann im Regen zu übernachten. So hockte ich mich in einen Stuhl mit dem Gedanken: "Hier musst du jetzt ca. 7 Stunden im Regen sitzen bleiben, bis es hell wird und du wieder weiter gehenkannst". Ich hatte mich gut eingepackt, es kam kein Regen an mich heran. So schlief ich sogar ein, wurde aber mehrmals wach, weil es mir irgendwo kalt wurde. Dann packte ich mich wieder gut ein und schlief weiter. Der Regen trommelte zwar auf meinen Lederhut und lief über die Krempe nach vorne ab, aber ich blieb trocken. Ich hatte mich so mental darauf eingerichtet, dass ich die 7 Stunden bis zur Morgendämmerung hier hocken blieb und mir die Zeit nicht lang wurde. Dabei hatte ich mich fast noch verschlafen . Gegen 05.3o Uhr wurde ich wach, es fing langsam an zu dämmern. Ich packte meine Sachen zusammen, steckte alles in den Rucksack und ging gegen 06.oo Uhr weiter. So verlief der erste Tag und ich verbrachte die erste Nacht auf dem Camino bei Regen in der freien Natur.

Ich bin über die Mitfahrzentrale im Internet an einen freundlichen Autofahrer gekommen, der am 31.05.2007 nach Süd-Frankreich fuhr und mich mitgenommen hat. Gegen 09.oo Uhr bin ich auf dem Parkplatz "Rur-Scholle" an der A4 von Peter, meinem Fahrer aus "Hamburg", aufgenommen worden. Er hatte mir versichert dass er zwar ein älteres Auto, einen Mercedes fährt, welches aber super in Ordnung sei. Als er mit dem Auto auf den Parkplatz fuhr, musste er zuerst das rechte Seitenfenster herunter kurbeln. Dann konnte er von außen die Autotüre auf der Fahrerseite öffnen. Das Auto hatte, wie er mir später erzählte über ein 1/2 Jahr in Hamburg auf der Straße gestanden, ohne dass daran irgend etwas gemacht worden war. Außen bildete sich teilweise schon Moos auf dem Lack. Ein Scheibenwischer wurde mit Rödeldraht gehalten und innen sah das Auto auch nicht gerade einladend aus. Was nun tun? Peter war ein sympathischer Kerl, der auch gepflegt aussah. Nur eben das Auto?
Mit viel Gottvertrauen stieg ich dann doch in das Auto ein und fuhr mit Peter nach Frankreich. Er betreibt dort eine Pension, zu der wir fuhren. Das Anwesen ist in "Leon" einem kleinen Dorf in der Nähe des Atlantiks.

Er fuhr mit seinem Auto, von dem er 100% überzeugt ist ständig 120 km/h. Hinter Paris übernahm ich dann für ca. 2 Stunden das Steuer. Da er seit 03.oo Uhr schon auf Achse war wollte er etwas schlafen. Wenn ich dann über die 120 km/h fuhr wurde er wach und bat mich nicht zu schnell zu fahren, da das Auto dann Unmengen Sprit brauche. Die Fahrt verlief gut und wir waren dann auch gegen 21.oo Uhr in "Leon" in Frankreich in seiner Pension. Da er hier auch schon seit über einem 1/2 Jahr nicht mehr gewesen war, sah es dort auch nicht gerade vom Besten aus. Eine Woche später sollten die ersten Gäste kommen und er musste hier wohl noch Einiges in Ordnung bringen. Die Gästezimmer waren in einem guten Zustand und sahen auch nicht schlecht aus. Das Haus ist renovierungsbedürftig, was er wohl mit einem Partner in Angriff nehmen will. Hier bekam ich ein Zimmer, in dem ich die Nacht verbrachte. Am 01.06.2007 brachte er mich nach dem Frühstück zum Bahnhof nach "Dax". Von hier fuhr ich mit dem Zug nach "Bayonne". In "Dax" fiel ich noch mit meinem Rucksack auf, da ich eine weiße Gitarre mit der Aufschrift "Buen Camino Peregrino" auf dem Rucksack gebunden trug. Dies hatte meine Tochter Sandra darauf geschrieben. Dann hörte ich, wenn die Leute hinter mir sagten: "Saint Jacques" (Jakobspilger). In "Bayonne" hatte ich 3,5 Stunden Aufenthalt. Hier war ich dann einer von vielen Pilgern, die nach "Saint Jean Pied de Port" wollten. Um die Zeit von 3 1/2 Std. herum zu bekommenen, ging ich über den Fluss Adour auf die andere Seite von "Bayonne". Hier fließt der Fluss Nive in den Fluss Adour und die Basilika von "Bayonne" ist gleich dort, welche ich mir angesehen habe. An dem Seitenaltar, der dem hl. Jakobus gewidmet ist, habe ich eine Kerze entzündet. Schon wurde ich von einem deutschen Ehepaar angesprochen. Sie wünschten mir für meinen Pilgerweg alles Gute.

Ich ging dann zurück auf die andere Seite und suchte mir dort eine Bank amFluss zum ausruhen. Hier gesellte sich jemand zu mir, den ich schon auf der Brücke bemerkt hatte. Er hatte meine Deutschlandflagge am Rucksack gesehen und wollte sich etwas mit mir unterhalten. Es war ein Tippelbruder, der schon seit 8 Jahren auf der Straße lebte. Er verdingte sich als Erntehelfer und wartete hier darauf, dass die Kirschen-Ernte los ging. Eine gescheiterte Ehe hatte ihn aus der Bahn geworfen. Ich fragte ihn, wo er dann schliefe? Er sagte mir, er habe einen schönen Platz für die Nacht. Alles was er sonst noch brauche habe er in seinem Rucksack. Zur Weinlese geht er immer nach Deutschland. Den Winter verbringe er immer im Süden. So erzählte er aus seinem Leben, bis der ALDI in Bayonne öffnete und er dort einkaufen ging. Mein Zug fuhr dann auch bald in Richtung "Saint Jean Pied de Port". Dort kam ich dann gegen 17.oo Uhr an. Vom Bahnhof war es dann nicht weit, bis in die Altstadt, zum Pilgerbüro. Nun weiter auf der Etappe nach "Roncesvalles".
Von der Herberge Orrison ging es stetig den Berg hinauf. Es war kalt und neblig. Das einzige, was man schon mal sah, waren große Schafherden und Pferde, die frei herum liefen. Irgendwo im Berg steht eine Marienfigur. Nach ca. 4 km geht der Weg rechts auf einem Feldweg weiter. Auf diesem Weg geht man nach ca. 2 km über die Spanische-Grenze in die Provinz Navarra. Der Weg geht ein Stück bergab, dann wieder hoch auf 1420 m und hier überquert man dann die Pyrenäen. Der Weg bis hierher war von dem Moment an, an dem die Asphaltstraße verlassen wurde, schon sehr schwer. Es ging über Wiesen, Geröll, durch knöcheltiefen Schlamm und Matsch. Es war rutschig und unwegsam. Man geht ein Stück an der Grenze entlang, die mit Stachdraht gekennzeichnet ist. Dann kommt man am Rolandsbrunnen "Fuente de Roland" vorbei und an einer Steintafel mit der Aufschrift "Saint Jaques de Compostela - 765 km". Vorher passiert man eine Stelle im Wald, wo ein Gedenkstein für einen Australier steht, der dort im Jahr 2002 verstorben ist. Im Verlauf des weiteren Jakobsweges trifft man noch auf solche Gedenkdafel. Hinter dem Bergübergang geht es dann sehr steil den Berg hinunter nach "Roncesvalles". Da ich den Umweg gegangen bin, weil er sicherer war, führte mich der Weg über den Ibanetapass, bei einer Passhöhe von 1057 m. Von hier sieht man schon die Klosterabtei "Roncesvalles".

Für den Volkshelden Roland wurde hier eine Kapelle erbaut. Ab hier geht es links auf einem Waldweg zur Abtei. Es mussten innerhalb von 3 km ca.500m Höhenunterschied abwärts überwunden werden, bevor man nach "Roncesvalles" kommt. Diese Strecke musste ich im strömenden Regen hinter mich bringen. Im Klostergebäude ist das Pilgerbüro in dem ich mir meinen Stempel in mein Credential machen lies. Dann habe ich mir im Hotel ein Apartement genommen um meine Klamotten, die in der ersten Nacht und auf dem Weg hierher durchnässt waren, auf der Heizung zu trocknen. Alles was ich an hatte, war verdreckt und schmutzig und mußte gewaschen und gesäubert werden. Nachdem ich das alles erledigt hatte, habe ich mich auf´s Ohr gehauen und ein paar Stunden geschlafen.

Abends gegen 19.oo Uhr gab es im Restaurant das Pilgermenue. Der Preis ist auf dem ganzen Camino fast gleich. " 8,-- € " und die Menuefolge und Auswahl ebenfalls. Hier saßen wir zu vier Nationen am Tisch.1 Franzose, 1Engländer,1 Koreaner und ich als Deutscher. Dies ist aber immer so,
denn die ganze Welt ist auf dem Camino vertreten. Nach dem Essen habe ich meinen Rucksack wieder, soweit möglich, gepackt und alles fertig gemacht, für den nächsten Tag. Denn am nächten Tag geht es um 06.oo Uhr weiter auf die nächte Etappe. Die ersten 27 km waren geschafft und ich auch.