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Start am 31.May 2007
Der Pilgerweg auf dem Camino Francis 2007und 2008. von Saint Jean Pied de Port in Frankreich nach Santiago de Compostele in Spanien.

Ich werde gegen Mittag, auf dem Parkplatz an der A4, ganz in der Nähe unseres Wohnortes und Hauses, von einem „freundlichen Hanseaten“ aufgenommen.

Diese Mitfahrgelegenheit habe ich durch das Internet, über die Mitfahrzentrale, bekommen. Nach dem ich meine Anzeige aufgegeben hatte, meldete sich dieser "Hamburger" schon Tage später per Email und teilte mir seine Telefonnummer mit. Er besitzt in „Süd-Frankreich“ eine Pension, zu der er am 31.05.2007 für ein 1/2 Jahr fährt, um sie über den Sommer zu führen. Auf dem Weg dorthin, nimmt er mich mit. Nach seiner Erfahrung, werden wir mitten in der Nacht, dort ankommen. Dann ein paar Stunden schlafen und am Morgen bringt er mich zur Bahnstrecke, hinter „Bayonne“, ca. 100 Km von seiner Pension entfernt. Das letzte Stück des Anfahrtsweges werde ich dann bis "Saint Jean Pied de Port" noch mit dem Zug fahren. Dort beginnt der offizielle „Camino Frances“. Die Anfahrt dorthin, ist bewusst so gewählt. Ich hätte auch dorthin fliegen, oder die ganze Strecke mit dem Zug fahren können. Das schien mir aber zu einfach und zu gemütlich. Deshalb wähle ich diesen Weg. Lieber wäre mir noch gewesen, ich hätte mit einem LKW ( Brummi ) mitfahren können. Aber so passt es schon.
In "Saint Jean Piet de Port" werde ich mich anmelden und meinen ersten Stempel in meinen Pilgerpass, genannt „Credencial“, erhalten und mich auf den Weg machen. Die erste Etappe geht gleich in die Pyrenäen, die ich überqueren muss. Der Weg geht bis auf 1.420 m hoch, auf die so genannte „Route de Napoleon“, die von den Jakobspilgern heute überwiegend gegangen wird.
In der Vorbereitungszeit wurde ich oft gefragt: "Warum tust Du das"? Eine genaue Antwort kann ich darauf nicht geben. Eines spielt mit Sicherheit eine wichtige und ausschlaggebende Rolle dabei.
Ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir, meine Frau Helga und ich, immer noch zusammen sind und bei relativ guter Gesundheit unser Leben gemeinsam leben können. Es hätte auch alles ganz anders ausgehen können, als uns im Jahr 2002 eine schwere Krankheit heimsuchte. Ausgelöst wurde diese Krankheit durch den seelischen Dauerstress dem wir schon 7 Jahre ausgesetzt waren.
Der Ablauf und was in der Vorzeit an heilungsfördernden Maßnahmen unbewusst getroffen wurde, machte mich glaubend, dass es eine Vorsehung gibt. Denn diese verhinderte immer, im letzten Moment, das Schlimmste.
Dann denke ich seit vielen Jahren, als ich zu ersten Mal etwas vom Jakobsweg hörte, darüber nach einmal diesen Weg zu gehen. Ich habe die Leute bewundert, die von hier nach Trier pilgern, das ist auch ein Pilgerweg von ca. 190 Km. Dann hörte ich irgendwann mal etwas vom Jakobsweg. Da habe ich zuerst gesagt: "Die müssen ja bekloppt sein, über 750 Km zu Fuß zu pilgern". Doch bei näherem Hinsehen kam mir der Gedanke, es selbst mal zu probieren. Doch 40 Tage Urlaub? Wer kann die schon der Arbeit fern bleiben? Da ich selbstständig war, war das bisher für mich unmöglich. Vielleicht auch eine willkommene Endschuldigung nicht gehen zu müssen. Aber immer wieder begegnete mir dieser Jakobsweg, ob im Fernsehen, in der Zeitung oder in Illustrierten. Egal wann und wo, der Jakobsweg begleitete mich ca. 20 Jahre. Im Jahr 2006 zeichnete es sich ab, dass ich aus dem Berufsleben ausscheiden würde und dann die Zeit hätte, mich auf den Weg zu machen.
Als ich meiner Frau davon erzählte und ihr auch davon berichtete, wie lange dieser Pilgerweg mir schon im Kopf herum geistert, sagte sie spontan: "Wenn Du das tun willst, dann mach es! Aber, das Eine musst Du mir versprechen, wenn Du merkst, dass es über Deine Kraft geht, dass Du dann sofort abbrichst und nach Hause kommst."
Nun ist die Vorplanung abgeschlossen, die notwendige Ausrüstung mit allem Drum und Dran ist vorhanden.
Dank Internet konnte ich mich mit einigen Leuten unterhalten, die schon den Weg gegangen sind und gerne Auskunft über das Erlebte geben und gute Ratschläge erteilten.